Übersicht Mediologie als Methode

Eröffnungsvortrag (Teil 2) von Thomas Weber

Wissenschaftspolitische Konnotationen oder Mediologie als transdisziplinäre Methode

Gehalten am 18.05.07

Der Stellenwert und die Bedeutung der Mediologie für den wissenschaftlichen Diskurs in Deutschland lässt sich nur schwer abschätzen, allenfalls gewisse Perspektiven, die man eher mit Fragen, als mit Antworten resümieren kann. Im Call for Papers hatten wir einige provokative Fragen gestellt, auf die Antworten je nach Sichtweise der Autoren unterschiedlich ausfallen, ja vielleicht sogar die Fragen reformuliert werden:

Kurzum: wir haben versucht ein Fragefeld zu eröffnen, aus dem heraus die Mediologie als methodische Perspektive für verschiedene Disziplinen sichtbar werden könnte, als transdisziplinäre Methode, die je nach konkretem Forschungsfeld skaliert und justiert werden müsste, die aber bei aller Heterogenität im einzelnen zumindest einen gemeinsamen Fragegrund hat, ein gemeinsames Interesse, das die Eigenständigkeit eines mediologischen Projektes legitimiert.

Neben der vorhin skizzierten all­gemeinen Analysemethode der Korrelation von Ästhetik, Technik und Ökonomie scheint es zumindest eine Gemeinsamkeit der „Leer­stellen“ zu geben. Die Mediologie berührt dort einen blinden Fleck des Wissenschaftsdiskurses, wo sie nach der Konstitution dieses Diskurses fragt, nach den Diskursspielregeln und auch den materiellen Umständen der Wissens- und speziell der Wissenschaftsproduktion, was nicht zuletzt an Phänomenen greifbar wird wie z.B. der Differenz zwischen dem Text und seiner Inszenierung, die von den meisten textorientiert argumentierenden Disziplinen bisher vernachlässigt wurde.

Damit betreten wir nun jenen Bereich der wissenschafts­politischen Konnotationen, in die eine Tagung wie diese – ob wir wollen oder nicht – in der Außenwirkung auf jeden Fall gestellt werden wird, wie ich Ihnen nach Erfahrungen im Vorfeld versichern kann.

Ohne mich hier in Spekulationen über institutionelle Eigendynamik verlieren zu wollen, stellt sich die Frage, ob die Mediologie tatsächlich eine transdisziplinäre Methode ist, die verschiedene Disziplinen zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit bewegen könnte.

Darin wäre sie dann sicher vergleichbar mit anderen Ansätzen, die es in den letzten Jahren immer wieder gegeben hat wie z.B. der Systemtheorie oder den Cultural Studies, die sich in vielen Belangen übrigens als kompatibel zu mediologischen Ansätzen erweisen. Es gibt jedoch eine wichtige Differenz, die inhaltlich auf eine andere Qualität zielt: Das Insistieren der Mediologie auf der Materialität von kulturellen Übermittlungsprozessen, wie oben schon dargelegt.

Perspektiven

Daraus ergibt sich nun auch die besondere Perspektive der Mediologie für ganz unterschiedliche Disziplinen, die, verstanden als transdisziplinäre Methode, der derzeit gängigen wissenschaftspolitischen Logik von Ausdifferenzierung und Entdifferenzierung der Disziplinen enträt, was ich an zwei Beispielen festmachen möchte:

1. Kulturwissenschaftliche Medienwissenschaft: Ausdifferenzierung

Mein erstes, wohl naheliegende Beispiel ist die in Deutschland entwickelte, kulturwissenschaftlich orientierte Medienwissenschaft. Ohne näher auf das Verhältnis von Mediologie und Medienwissenschaft eingehen zu wollen – was ich Ihnen als Textbeitrag für das Buchprojekt noch schuldig bleiben werde – zeigen sich hier wohl die größten Parallelen zur Mediologie und vielleicht auch die meisten Mißverständnisse, die es zu vermeiden gilt. Gestatten Sie mir daher dazu einige Anmerkungen.

Für die französischen Gäste muss zunächst die Besonderheit der deutschen Medienwissenschaft erläutert werden, die es in Frankreich in dieser Form so nicht gibt und die auch nicht mit den dort weit verbreiteten Infocoms zu vergleichen wären; ursprünglich hervorgegangen aus einer literaturwissenschaftlich orientierten Germanistik, beschäftigte sich Medienwissenschaft überwiegend mit der massenmedialen Bearbeitung fiktionaler Stoffe, mit der Ästhetik von Film und Fernsehen – ein Arbeitsbereich, der in den letzten zwei Jahrzehnten erweitert wurde um die Erforschung von Medien als Kulturtechnik, was weit über die aktuellen Massenmedien hinausweist (und wo sich sicher die meisten Parallelen zur Mediologie zeigen). Im Gegensatz zu der in Deutschland, quantitativ umfassender vertretenen Kommunikationswissenschaft, deren Wurzeln eher in der empirischen Sozialforschung liegen, geht es der Medienwissenschaft weniger um die Analyse aktueller, letzthin soziologisch verstandener Kommunikationsprozesse als vielmehr um die kulturprägende Kraft von Medien und ihre Ästhetik.

Die Ausdifferenzierung der Medienwissenschaft folgte dabei in Deutschland den verschiedenen Lesarten und Definitionen des Medienbegriffes. Dies zeigt sich in den letzten Jahren auch in einer gewissen Inflation von publizierten Einführungen in Medientheorie und Medienwissenschaft, die jeweils ihr eigenes Verständnis des Medienbegriffes propagierten und so eine Profilbildung von einzelnen Studiengängen oder Lehrstühlen vorantreiben wollten. Fast karikierend hat beispielsweise Hartmut Winkler in der zentralen Fachzeitschrift medienwissenschaft eine umfassende Definition des Medien­begriffs versucht, die in ihrer Komplexität die mittelalterliche Kunst der Sinnauslegung in den Schatten zu stellen scheint: Winkler definiert allein sechs zentrale, einander überlagernde Be­deutungs­achsen für unterschiedliche Lesarten von Medien, die jeweils weiter differenziert schließ­lich einen 63fachen Sinn des Medienbegriffs aufscheinen lassen.

Dass das Ergebnis eine zwar im einzelnen durchaus sinnvolle und inhaltlich begründete Ausdifferenzierung der Medienwissenschaft zur Folge hat, ist nur eine Seite der Medaille.

Dass dieses von außen betrachtet zersplittert wirkende Feld in der Konkurrenz mit anderen Disziplinen unter Umständen Probleme hat sich zu behaupten, die andere: Hier sei nur angemerkt, dass dies nicht zuletzt durch die in jüngster Zeit – zumindest Insidern bekannte – aufgetretene Rivalität zwischen der DGPUK (Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft) und der GFM (Gesellschaft für Medienwissenschaft) eine gewisse Brisanz bekommt im Hinblick auf den zukünftigen Zuschnitt der Disziplinen und damit auch auf die Verteilung von Ressourcen. [Was sich nicht zuletzt auch in den jüngsten Empfehlungen des Wissenschaftsrat bezüglich der weiteren Entwicklung von Kommunikations- und Medienwissenschaft in Deutschland zeigt, siehe dazu: http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/7901-07.pdf

Doch sollten wir uns hier nicht in verbandspolitischen Erwägungen von Vertretungs- oder auch Alleinvertretungs­ansprüchen verlieren: Jenseits dieser Debatten bietet die Mediologie gerade den neueren, integrativen medienwissen­schaftlichen Ansätzen eine Perspektive, in dem nicht das von den Medien Übermittelte im Fokus des Interesses steht, sondern der Prozess der medialen Übermittlung selbst und damit die technischen, organisatorischen und ästhetischen Dispositive zur Übermittlung. Kommunikationswissenschaftliche Ansätze sind nicht mehr Antipode, sondern wichtige Ergänzung von Überlegungen, die Programmzusammenhänge oder Inszenierungsstrategien visieren und damit nicht zuletzt auch kulturelle und gesellschaftliche Wirkungs- und Denkweisen herauszuarbeiten versuchen, mithin – also in einem weiteren Sinne – auch die politische Dimension dieser Prozesse erfasst.

2. Wissenskonstitution unter erschwerten Bedingungen: Entdifferenzierung

Mein zweites Beispiel betrifft die Bedingungen des wissenschaftlichen Diskurses selbst – ein Kernbereich der Mediologie, die eine Analyse der Tradierung von Wissensbeständen, d.h. der Bedingungen der Übermittlung von Wissen und damit letzthin auch von Wissenschaft vorschlägt. Das schließt eine Selbstbeobachtung von Wissenschaft durchaus mit ein, ein blinder Fleck für den wissenschaftlichen Beobachter mithin, der immer dann zögert, wenn er die materiellen Bedingungen seiner eigenen Disziplin als Teil der Wissenschaftsproduktion begreifen soll.

Zunächst sei hier vor einer gewissen Kurzschlüssigkeit gewarnt, die etwa direkt von der Höhe von Budgets auf die Qualität von Forschungsbedingungen und damit der Forschungsergebnisse schlösse. Es geht nicht um eine direkte Relation von sozialen Bedingungen und Wissensproduktion, als vielmehr um Referenz im Sinne von Bruno Latour, der – zugegeben – eigentlich kein Mediologe ist. Referenz ist nach Latour – hier vereinfacht gesagt – kein eindimensionaler Bezug, sondern ein sich wiederholender Zustand. In diesem Sinne aber wiederholen sich seit einigen Jahren ganz bestimmte Muster, die zusammengenommen eine Tendenz aufzeigen: Es geht hier also nicht um tagespolitische Debatten oder individuelle Befindlichkeiten, wohl aber um einen Wandel von Wissenschaftskultur, der in Deutschland in den letzten 15 Jahren doch recht massiv ausfiel; ohne hier in Details gehen zu wollen, seien hier neben der Umwälzung der Wissensvermittlung durch digitale Medien (die oft genug schon Gegenstand der mediologischen Debatte war und sicher auch auf dieser Tagung wieder sein wird) nur beispielhaft zwei Tendenzen genannt:

1. Zum einen die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse einer ganzen Generation vor allem von jüngeren Wissenschaftlern, verbunden mit einer allgemeinen Degradation der Wertschätzung von Arbeit und Wissen, wie sie etwa Dirk Baecker und insbesondere Manfred Füllsack in seiner Studie „Zuviel Wissen? Zur Entwertung von Wissen und Arbeit in der Moderne“, beschrieben hat und die so gar nicht ins gepflegte Bild der öffentlichen Statistiken zu passen scheinen. Wenn auch nicht gern gesehen und auch für das Selbstbild des Wissenschaftsbetriebes störend: Es wäre abwegig zu glauben, dies hätte keine Auswirkungen auf die Wissenschaftskultur…. – (Im übrigen hat es auch in Frankreich immer wieder solche Untersuchungen gegeben; ich erinnere nur an die oben erwähnte Studie Le Pouvoir intellectuel en France von Régis Debray oder kürzlich ein Bernard Lahire, der etwa auf die eigentlich unerträglich gewordenen Arbeitsbedingungen von Schriftstellern hinwies mit La condition littéraire – ein Buch, das in Frankreich gerade eine gewisse Aufmerksamkeit erregte).

2. Und zum anderen der Umbau der Hochschulen durch die Einführung von BA- und MA-Studiengängen, die vor allem für kleinere Fächer zu einer Existenz bedrohenden Belastung geworden sind und die die Logik der wissenschaftlichen Ausdifferenzierung, wie oben für die Medienwissenschaft beschrieben, umkehren könnte zu einer gesichtslosen Entdifferenzierung, bei der kleinere Fächer in größeren einfach aufgehen. Dies möchte ich hier nicht moralisierend bewerten und auch nicht allzu hoch hängen – letzthin kann es den einzelnen Wissenschaftlern egal sein, ob sie nun ihre Stelle formal in Germanistik oder in Bild- oder Medienwissenschaft halten. Doch wäre gegen die disziplinäre Zurichtung, die einer gewissen Beliebigkeit bzw. einer Logik institutioneller Eigendynamik folgt, nicht gerade auch ein dezidiert inter- oder transdisziplinäres Konzept entgegen­zuhalten?

Die Mediologie kann solche Tendenzen benennen und zum Gegenstand der Beobachtung machen. Verändern kann sie die disziplinäre Tendenz zur Entdifferenzierung auf organisatorischer Ebene sicher nicht.

Aber – lassen sie mich abschließend zusammenfassen – vielleicht eignet sich die Mediologie dazu, übergreifende Fragestellungen zu formulieren, an denen verschiedene Disziplinen gemeinsam arbeiten können und die sich durch eine gewisse gesellschaftliche, z.T. auch politische Relevanz auszeichnen. Auch wenn die Mediologie keinen eigenen Gegenstandsbereich hat, kann sie doch die verschiedenen Formen kultureller Übermittlung dort visieren, wo sie immer wieder zu Brüchen und Wider­sprüchen in der Gesellschaft oder der gesellschaftlichen Auseinandersetzung füh­ren, wo Wertmaßstäbe aufeinan­derprallen und damit Machtverhältnisse sich mani­festieren.

Daraus ergeben sich zahlreiche Fragen über die im Verlauf der Tagung sicher zu diskutieren sein wird: etwa nach der materiellen Kraft des Religiösen, nach der Veränderung der Wissenskonstitution und von Bildungswegen, nach der Kollision der Wertmaßstäbe verschiedener Medien- und Wissen- oder Wissenschaftssysteme, nach der Konstruktion und Wirkung von medialen oder paramedialen Inszenierungen – also des Erscheinens von Präsenz wie Martin Seel es einmal nannte – als Leitbild und Plausibilisierungsstrategie (d.i. nun eines meiner Spezialgebiete), oder mithin nach der kulturhistorischen Perspektivierung politischer Kommunikation – um nur einige der möglichen Beispiele zu nennen, die sich erhellend auf viele Themen anwenden lassen, an denen auch ein breiteres öffentliches Interesse besteht. In Frankreich jedenfalls hat dies durchaus ja auch immer wieder geklappt, wenn ich an die Cahiers de Médiologie oder andere Veröffentlichungen denke.

Soweit fürs erste meine einleitenden Überlegungen, die von den Fachvorträgen sicher noch vertieft werden. Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine Menge neuer Anregungen und würde nun Platz machen für den ersten Vortragenden.


Eröffnungsvortrag (Teil 1) von Thomas Weber

Eröffnungsvortrag zur Tagung Mediologie als Methode

Von Thomas Weber

Gehalten am 18.05.2007

Seminar für Medienwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,

es freut mich ganz besonders, Sie hier in Berlin im Seminar für Medienwissenschaft zur Tagung „Mediologie als Methode“ begrüßen zu dürfen. Das ist in diesem Fall keine Selbstverständlichkeit, denn das Projekt hat eine etwas ungewöhnliche Entwicklungsgeschichte.

Wie einige von Ihnen wissen, war ursprünglich zunächst gar keine Tagung, sondern nur ein Buchprojekt geplant, für das es auf den ersten Call for Paper eine unerwartet große und hochkarätige Resonanz gegeben hatte – leider konnten zahlreiche Autoren, die schriftliche Beiträge für das Buch zugesagt haben, aus Termingründen nicht kommen. Das lag nicht zuletzt auch an der etwas kurzfristigen Tagungsplanung. Erst durch die Finanzierungszusage der Fritz-Thyssen-Stiftung konnte diese Veranstaltung überhaupt realisiert werden, auch wenn dafür letzthin nur 3 Monate Zeit blieben, es einige Turbulenzen gab und vielleicht das ein oder andere in aller Kürze auch improvisiert werden mußte.

Die Tagung versammelt erstmals Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, sowie Mediologen der ersten Stunde, Mitbegründer der Mediologie aus Frankreich, um über die Chancen und Möglichkeiten zu diskutieren, die die Mediologie für die jeweils unterschiedlichen Fachdisziplinen eröffnet.

Tagungsziel ist für uns zunächst, die verschiedenen parallel und z.T. untergründig verlaufenden Diskussionen, die in den letzten Jahren sich im deutschsprachigen Raum zum Thema Mediologie entwickelten, zu bündeln und wechselseitig überhaupt erstmals bewußt zu machen. Vielleicht auch einige Mißverständnisse aufzulösen, in jedem Fall über gemeinsame Perspektiven zu sprechen, nicht zuletzt auch in publizi­stischer Hinsicht.

Wir möchten die Eröffnung heute morgen recht übersichtlich halten - sie soll nicht zum ersten Fachvortrag der Tagung werden.

Nach ein paar Informationen zum Tagungsablauf, möchte ich zunächst eine knappe Einführung in die Mediologie und ihren Diskussionsstand geben, da nicht alle Teilnehmer an dieser Tagung sich gleichermaßen mit Mediologie beschäftigt haben; anschließend wird Birgit Mersmann kurz aus ihrer Sicht über Entwicklungsmöglichkeiten der Mediologie sprechen, bevor ich dann noch mal auf wissenschaftspolitische Konnotationen und Perspektiven der Mediologie komme, was ich sehr allgemein halten möchte und vorab mit einem Fragezeichen versehe, da hierzu die Vortragenden sicher noch eigene Ideen vertiefend darlegen werden.

 

 

Grundlegendes zur Mediologie

Beginnen wir zunächst grundlegend: Mediologie – Was ist das überhaupt?

Als ich mich etwa Mitte der 90er Jahre erstmals in Frankreich mit Mediologie beschäftigte, hatte ich eine Art neuer Medientheorie erwartet, die helfen könnte, die begriffliche und definitorische Spaltung der deutschen Medienwissenschaft zu überwinden.

Doch die dort entwickelte Mediologie gab Antworten auf Fragen, die ich so gar nicht gestellt hatte. Sie passte auch nicht in das Erwartungsschema, mit der in der Vergangenheit immer wieder Theorieentwürfe aus Frankreich in Deutschland rezipiert wurden.

Schon rasch wurde mir klar, dass die Mediologie mit Medienwissenschaft nichts oder nur wenig zu tun hat; sie definiert sich nicht nur nicht durch den Gegenstand „Medien“, sondern verzichtet ganz auf eine Definition des Medienbegriffs. Sie ist strenggenommen nicht einmal eine Medientheorie und erhebt auch nicht diesen Anspruch.

Hinzukommt, dass mediologische Ansätze seit den 90er Jahren von einer wachsenden Anzahl von Autoren, Künstlern und vor allem Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Provenienz unterschiedlich akzentuiert werden. Entsprechend ausdifferenziert ist das wissenschaftliche Diskursfeld, was auch ihre Rezeption in Deutschland nicht begünstigt hat, wo Verlage eher Erfolge mit griffigen Medien- und Kulturtheorien im Stil eines Paul Virilio hatten….

Entsprechend gibt es auch keine einfache Definition der Mediologie.

Die wohl allgemeinste findet sich auf der französischen Website der Mediologen, die ich hier etwas verkürzt paraphrasiere: Die Mediologie untersucht die Korrelation zwischen einer symbolischen Form, einer Form der kollektiven Organisation und einem technischen System der Kommunikation. Kurzum, es geht um die Analyse der symbolischen, materiellen und organisatorischen Form einer Idee. Dabei gilt die Mediologie als wissenschaftliche Methode, die sich weniger auf die Analyse von Kommunikations- als vielmehr von kulturellen Übermittlungsprozessen konzentriert, die im Hinblick auf ihre Wirkungsweise untersucht werden; also daraufhin, welche Strategien der Glaubwürdigkeit oder Plausibilität zur Anwendung kommen.

Ist die Mediologie damit nun eine Wissenschaftsdisziplin in Gründung, wie einige, vor allem auch Kritiker der Mediologie meinen, oder definiert sie sich eher als Methode? Der Methodenbegriff wird dabei sicher nicht in einem strengen, gar naturwissenschaftlichen Sinn verstanden, sondern als eine Form der Aufmerksamkeit, die ihr Augenmerk auf die oben beschriebenen Prozesse legt.

Doch lassen Sie mich der Reihe nach vorgehen:

Erstmals taucht der Begriff „Mediologie“ 1979 in der von Régis Debray vorgelegten Studie Le pouvoir intellectuel en France auf, wird dort aber noch nicht programmatisch ausgeführt. In dem zwölf Jahre später veröffentlichen Cours de médiologie générale stellt Debray klar, daß der Begriff Mediologie sich keineswegs nur auf Massenmedien bezieht. Das Wort „Medio“ steht nicht für „Medium“, sondern bezeichnet ein Ensemble von technisch und sozial bestimmten Mitteln der symbolischen Übermittlung.

Ausgangspunkt für die Mediologie ist die Frage nach der symbolischen Wirkungskraft von Zeichen, deren Übermittlung nicht nur von der gesellschaftlichen Organisation, sondern in zunehmendem Maße auch von technischen Medien bestimmt wird. Es geht dabei nicht um die Bedeutung oder um den Sinn der Zeichen (was in anderen Disziplinen wie z.B. der Semiologie verhandelt wird), sondern um ihre Effizienz oder ihre Macht.

Als Analysemethode schlägt die Mediologie die Untersuchung der komplexen Korrelation zwischen einem symbolischen Körper (einer Doktrin, einem künstlerischen Genre, einer Religion etc.), einer Form der kollektiven Organisation (einer Partei, einer Schule, einem Industriezweig etc.) und einem technischen System der Kommunikation (technisches Medium, Archivierungssystem etc.) vor. Dabei setzt die Analyse bei dem Begriff „transmettre“ an, den man im Deutschen am ehesten mit „übermitteln“ übersetzen könnte, da „transmettre“ im Gegensatz zu „kommunizieren“ nicht an sprachliche Codes gebunden ist und ebenso die Übermittlung von Ideen wie von materiellen Gütern bezeichnen kann. So läßt sich Geld oder Grundeigentum genauso übermitteln oder übertragen wie politische Macht oder ein Fußballspiel.

Während Kommunikation prinzipiell ein räumlicher Transport ist, der ein Netz knüpft (wie z.B. das WWW), bei dem es immer einen Sender und einen Empfänger gibt, die zwar an unterschiedlichen Orten, nicht aber in verschiedenen Zeitaltern sein können, ist die Übermittlung ein Transport in der Zeit, der zeitlich voneinander entfernte Subjekte miteinander verbinden und sogar zwischen Toten und Lebenden vermitteln kann. Sie erfordert nicht die physische Präsenz eines Senders und kann sich über Jahrhunderte hinweg vollziehen.

Die kulturelle Übermittlung ist immer geknüpft an materielle Bedingungen, und zwar in doppelter Weise: zum einen durch die konkrete Organisation des Materials, also z.B. von Farbe und Leinwand zu einem Gemälde, zum anderen durch die materielle Organisation, das heißt die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Diese Materialität wurde bisher in den ideenorientierten Diskursen des Abendlandes meist ignoriert oder sogar negiert, wie Debray kritisiert. Für sie mache es keinen Unterschied, ob eine philosophische Idee mit Tinte und Feder, Schreibmaschine oder PC zu Papier gebracht, ob ein Manuskript handschriftlich kopiert oder mittels Rotationspresse vervielfältigt und verbreitet wurde, da sie die Ideen losgelöst von ihren materialen und materiellen Produktions- und Rezeptionsbedingungen betrachten.

Debray hält dagegen, dass die Mediologie gerade jene unscheinbaren, von der Philosophie häufig verachteten Mittel und Techniken genauer untersuchen müsse, um auch die Wirkung von Symbolen verstehen zu können, also die Art und Weise, wie eine immaterielle Idee zu einer materiellen Macht wird. Dies ist nun nicht nur ein Plädoyer für die stärkere Berücksichtigung von Technikgeschichte, sondern es geht um die Korrelation ganz unterschiedlicher technologischer, soziologischer, religiöser, politischer oder künstlerischer Faktoren.

Dabei gibt es auch zwischen verschiedenen Vertretern der Mediologie durchaus unterschiedliche Ansätze, die nicht zuletzt zugespitzt in der Frage gipfeln, ob die Mediologie sich überhaupt mit Medien beschäftigen soll. Während Debray davon tendenziell eher abrät, da Medien und vor allem Massenmedien nur den flüchtigen Endpunkt einer viel längeren Geschichte bilden, plädiert etwa Daniel Bougnoux durchaus für eine Analyse auch aktueller Mediendispositive.

Kurzum: Kein monokausales Modell zu einer allgemeinen Medien- und Zivilisationskritik wird hier entworfen, sondern eine komplexe Vorgehensweise, die auf die Untersuchung der vielschichtigen Veränderungen von Denkweisen zielt, die in zunehmendem Maße auch durch technische Medien vermittelt werden.

Im Kern – und dies macht vielleicht auch die Anziehungskraft der Mediologie für unterschiedliche Disziplinen von der Archäologie zur Philosophie, von der Religions- zur Kommunikationswissenschaft aus – geht es der Mediologie um die Materialität oder genauer gesagt die Medialität kultureller Übermittlungsprozesse. Oder anders gesagt um die Frage, auf welche Weise sich Wissen in einer Kultur oder Gesellschaft konstituiert und die Maßstäbe, die es plausibilisieren sollen.

Das wird vielleicht an einem Beispiel deutlicher: Während eine kulturwissenschaftlich orientierte Medienwissenschaft sich vor allem mit der Medienentwicklung beschäftigt, geht es der Mediologie eher um die Veränderung von Dispositiven, die von ganz unterschiedlichen Faktoren geprägt werden. Wo sich eine Medienwissenschaft beispielsweise mit der Feststellung begnügte, dass die Einführung des Buchdrucks eine Medienrevolution einleitete, wird die Mediologie eine differenziertere Analyse einfordern: Nicht der Buchdruck selbst, den die Chinesen schon einige Zeit zuvor erfunden hatten und der auch im Abendland nicht völlig unbekannt war, wird dabei als Motor eines Umbruchs identifiziert werden, sondern die Erfindung des Buchsatzes mit beweglichen Lettern, die Herausbildung eines Verlagswesens und nicht zuletzt auch die sich ausweitende Lesefähigkeit der Bevölkerung.

Dabei wird keineswegs nur auf vordergründige mediale Dispositive gezielt, sondern auch auf andere Formen von kulturellen Übermittlungsprozessen wie z.B. die Rolle von Verkehrsnetzen – von der, um im Beispiel zu bleiben, auch die Entwicklung der großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt abhing -, und somit durchaus auch für die kulturelle Entwicklung von großer Bedeutung sein kann.

Rezeption in Frankreich

In Frankreich hatte dieser Ansatz in den 90er Jahren einen ungewöhnlichen Erfolg zu verzeichnen: Ohne institutionelle Anbindung – oder vielleicht auch gerade deswegen – gründete sich 1996 die französische Gesellschaft für Mediologie, AD REM genannt, die verschiedene Aktivitäten der Mitglieder koordiniert unter anderem auch die Publikation in verschiedenen Organen. Seither werden in unregelmäßigen Abständen verschiedene Publikationen wie die travail médiologiques herausgegeben, also die „mediologischen Arbeitshefte“ und die Zeitschrift Cahiers de Médiologie, ein aufwendig gestaltetes Bi-Annuel, das mit einer durchschnittlichen Auflage von 7000 Exemplaren in den Anfangsjahren ein deutlich breiteres Publikum für die Mediologie erschloss als für Fachzeitschriften üblich und schließlich auch zu einer eigenen, regelmäßig ausgestrahlten Radiosendung führte. Die Cahiers wurden schließlich 2004 von der Zeitschrift Medium abgelöst. Ich freue mich, dass hier mit Daniel Bougnoux und Louise Merzeau zwei Redakteure der ersten Stunde bzw. mit France Renucci eine Redakteurin auch von médium begrüßen zu können, die uns heute Abend sicher noch ihre Vorstellung von Mediologie näher erläutern werden.

Hier sei zu den Cahiers de Mediologie nur soviel gesagt, dass Autoren aus den unterschiedlichesten Disziplinen Beiträge zu heterogenen Themen wie z.B. die „Straße“, das „Papier“, oder das „Fahrrad“ publizierten – womit die Spannbreite des mediologischen Arbeitsfeldes sich bereits andeutet.

Auch die Liste der Autoren oder der Teil­nehmer­ von zahllosen Kolloquien, Tagungen oder Sonder­veranstaltungen ist lang: ein Internet-Philosoph wie Pierre Lévy findet sich ebenso wie ein Jacques Derrida, ein Bernard Stiegler ebenso wie der bekannte Filmkritiker Jean-Michel Frodon oder der französische Ex-Premierminister Laurent Fabius, der schon mal zu einer mediologischen Sondersitzung ins Parlament einlud.

Zwar blieb die Mediologie als Projekt nicht unumstritten (ich erinnere nur an die Reaktion von Pierre Bourdieu), doch ist es ihr letzthin gelungen, nicht nur neue Impulse einem z.T. festgefahrenen wissenschaftlichen Diskurs zu geben, sondern auch Wissenschaftsdebatten zu einer gewissen Popularität zu verhelfen.

Rezeption in Deutschland

In Deutschland dagegen kann man allenfalls von einer vereinzelten Rezeption sprechen, zumindest, wenn man sich nur auf die „expliziten“ Bezüge auf die französische Mediologie bezieht. So fällt in der deutschen Diskussion von Mediologie zunächst auf, dass es einerseits in wenigen Ausnahmefällen eine recht prominente Auseinandersetzung gegeben hat z.B. bei Peter Sloterdijk, Hans Belting, Lorenz Engell, Joseph Vogl oder auch Walter Seitter und Hartmann (heute anwesend), um hier nur einige zu nennen (aber sehr viel mehr sind es auch nicht). Andererseits wurde seit den 80er Jahren auch hierzulande implizit eine Debatte geführt, die in hohem Maße Parallelen zur französischen Diskussion aufweist. Neben philosophischen Ansätzen, die auf der Materialität medialer Übermittlungen insistieren, wie etwa von Sybille Krämer, oder weiter entwickelten semiologischen oder sprachwissenschaftlichen Ansätzen wie von Ludwig Jäger oder Uwe Wirth zum Beispiel, ist hier allen voran sicher die Herausbildung einer kulturwissenschaftlich orientierten Medienwissenschaft zu nennen, auf die ich gleich noch näher eingehe.

Für die Parallelen gibt es nun unterschiedliche Gründe: Einerseits gibt es eine Reihe von gemeinsamen Vorläufern, auf die man sich gleichermaßen bezieht, wie etwa Walter Benjamin oder Marshall McLuhan, die in beiden Ländern Pate für einen ähnlichen Ansatz gestanden haben. Andererseits sind einige Fragestellungen durchaus vergleichbar, auch wenn sie sich in jeweils unterschiedlichen nationalen Diskursfeldern entwickelt haben. Diese sind – so ist einzuräumen – allerdings überwiegend von Unkenntnis der Diskussionen der jeweils anderen Länder geprägt und d.h. auch von entsprechenden Mißverständnissen. So hat die deutsche Nicht-Rezeption der französischen Mediologie ihr Pendant in der französischen Nicht-Rezeption zentraler deutscher oder in Deutschland weit verbreiteter Ansätze wie etwa dem von Niklas Luhmann oder dem der Cultural Studies, die erst vor wenigen Jahren ins Französische überhaupt übersetzt wurden – insofern wären die Differenz von Diskurskulturen selbst wiederum ein mediologisches Problem par excellence, das neben mangelnden Übersetzungen auch einfach auf differente Selektionsmechanismen der universitären Hierarchien verweisen müsste.

Nicht zuletzt haben die Parallelen noch eine andere gemeinsame Basis, die weniger auf manifesten Sachverhalten und Ideen beruht, als vielmehr Lücken und Leerstellen, also einem Wünschen, das die französische Mediologie und eine Vielzahl von deutschen Ansätzen verbinden könnte. Gibt es mithin eine Lücke im Wissenschaftsbetrieb, die mit den Mitteln der jeweiligen Fachdisziplinen nicht zu schließen ist? Oder öffnet die Mediologie gar neue Perspektiven, stellt also Fragen, an die bisher gar nicht gedacht wurde?

Eröffnungsvortrag Birgit Mersmann

Eröffnungsvortrag zur Tagung Mediologie als Methode von Birgit Mersmann gehalten am 18.05.07

Mediologie als Methode ist enorm vielseitig in ihrer Anwendbarkeit, wendig im Umgang und produktiv im Hinblick auf ihr Output. Sie verfügt über ein unschätzbares inter- wie transdisziplinäres Potential, das es überhaupt erst auszuschöpfen gilt. Die hier veranstaltete Tagung will eine erste Bestandsaufnahme liefern, wo Mediologie als transdisziplinäre Methode greift, wo ihre Leistungen und Potenziale liegen, aber auch wo sie an Grenzen, und seien es ihre eigenen, stößt.

Optimistisch stimmt zunächst das breite Spektrum der Disziplinen, deren Interesse unser Mediologie-Projekt geweckt hat und die auf dieser Tagung repräsentativ mit Einzelbeiträgen vertreten sind. Wir werten dies als ein ermunterndes Signal und einen ersten Beleg dafür, wie fächerübergreifend Mediologie als Zugriffsinstrumentarium zu agieren und wie forschungsinnovativ sie zu wirken vermag.

Eine der vielen disziplinären Perspektivfragen, die wir, Thomas Weber und ich, als Tagungsinitiatoren und -veranstalter zur Diskussion stellen möchten, berührt mich und meine derzeitigen Forschungen, die sich im Schnittfeld zwischen Kunst-, Bild- und Medienwissenschaft bewegen, im Kern: Was kann die Mediologie für eine Bildwissenschaft leisten, die nicht mehr nur Kunstgeschichte sein will?

Bevor ich ein sehr spezifisches, aus meinem persönlichen Forschungsinteresse erwachsenes Beispiel dafür geben will, wie die Mediologie für bildwissenschaftliche Fragestellungen nutzbar gemacht werden kann, möchte ich die zuvor aufgeworfene Frage noch etwas grundsätzlicher angehen und das Aufkommen derselben zu ihrer Vorgeschichte in Beziehung setzen. So möchte ich behaupten, dass ein ganz wesentlicher Impuls – wenn auch nicht der alleinige – für die Formierung der so genannten Bildwissenschaften von der Mediologie, namentlich von Régis Debray als einem ihrer Hauptvertreter ausging. Insbesondere sein Buch Vie et mort de l’image, das in deutscher Übersetzung unter dem Titel Jenseits der Bilder. Eine Geschichte der Bildbetrachtung im Abendland im Avinus-Verlag erschienen ist, kann im Rückblick als ein erster gewichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Etablierung einer genuin bildwissenschaftlichen Forschung betrachtet werden. Debrays bildmediologische Betrachtung des Abendlandes gab – auch für mich persönlich – die Initialzündung, die Bilderfrage unabhängig von 1. der Sprachfrage und 2. der Kunstfrage als medien-, kultur- und sozialanthropologische Frage zu stellen und dabei kulturelle Übermittlungsprozesse in den Blick zu nehmen. Sie leistete radikaler als je zuvor Kritik am verbozentristischen Dogmatismus der Nicht-Hintergehbarkeit der Sprache, an der Assimilation des Sichtbaren an das Lesbare, wie es Frank Hartmann formuliert hat, und beförderte eine mediale Ausdifferenzierung, um nicht zu sagen fein säuberliche Separierung zwischen dem Visuellen und Verbalen, dem Sichtbaren und dem Sagbaren bzw. Lesbaren. „[…] die Ausdrucks- und Übermittlungsfähigkeit des Bildes geht andere Wege als den einer (natürlichen oder künstlichen) Sprache“, heißt es bei Debray. Ein Bild ist kein Text. Zeigen wird nie Sprechen sein. Das Bild besitzt weder Syntax noch Grammatik, es ist weder wahr noch falsch, weder widersprüchlich noch unmöglich. Da es nicht argumentiert, kann es auch nicht widerlegen. Diese mediologische Emanzipierung des Bildes von der Sprachordnung ist einer der Begründungsstränge, der den Weg zur Etablierung der Bildwissenschaften Anfang der 90er Jahre ebnet.

Ein anderer Begründungsstrang betrifft das Herauswachsen des Bildes aus dem Kontext der Kunst und Kunstgeschichte. In Hans Beltings Buch Bild-Anthropologie, das den Untertitel Entwürfe für eine Bildwissenschaft trägt und – zusammen mit Gottfried Boehms Buch Was ist ein Bild? – als ein Gründungsdokument der deutschsprachigen Bildwissenschaft angesehen werden kann, wird diese Ablösung des Bildes von der Kunst und seine Einschleusung in eine Medienanthropologie virulent. Eine solche Verschiebung ist auf dem Boden der historischen Anthropologie und der Mediologie gewachsen. Wie viel die Bild-Anthropologie Belting’scher Prägung als ein prominenter Zweig der Bildwissenschaften dem Mediologie-Programm verdankt, wie es insbesondere von Debray entwickelt wurde, hat sich mir erst im Rückblick auf ein Jahrzehnt bildwissenschaftlicher Forschung deutlich erkennbar gezeigt. Der Ansatz, Bildproduktion und -rezeption als anthropologische Grundleistung zu verstehen und daher Bild, Körper und Medium wechselseitig aufeinander zu beziehen, die Idee eines bildmedialen Doppelkörpers, der sich in der Reziprozität von Bildkörper und Körperbild ausdrückt, sowie das ausgeprägte Interesse am Zusammenspiel zwischen Bildtechnik, Bildübermittlung und Bildkultur verweisen eindeutig auf eine mediologische Fundierung. Im Grunde lässt diese Rückbindung die These zu, dass die Mediologie bereits eine gewichtige Leistung vollbracht hat: nämlich die Geburt einer Bildmedienanthropologie aus dem Geiste der Kunstwissenschaft.

Was kann nun die Mediologie darüber hinaus für die von ihr mitproduzierte und daher mit zu verantwortende Bildwissenschaft leisten? Ich möchte Ihnen ein sehr konkretes Beispiel aus meiner eigenen Forschung präsentieren. Noch immer beschränkt sich die Bildwissenschaft allzu oft darauf, eine Bildmedienwissenschaft zu sein, die sich auf die Medialität und medientechnische Übertragbarkeit von Bildern kapriziert. Den kulturellen Übermittlungsprozessen von Bildern, insbesondere den interkulturellen, wird nur selten Rechnung getragen. Dies ist umso erstaunlicher, als Bilder nicht einfach nur übertragen werden, sondern auf ihren globalen Wanderwegen immer auch etwas von sich selbst, ihrem kulturellen Erbe, ihrer Tradition, ihrer Kodifizierung mit übertragen. Die von Régis Debray in Abgrenzung zu Kommunikation definierte kulturelle Übermittlung scheint mir ein geeignetes Konzept und Instrumentarium zu bieten, solche interkulturellen Prozesse der Bildkulturübertragung fassen zu können. Das Transmissionskonzept induziert eine Erweiterung von der Sprach- zur Kulturübersetzung und inkludiert damit grundsätzlich auch Bildübertragung als Bildkulturübersetzung: Ich zitiere Debray aus Die Zeit der Übermittlung: „Die Kommunikation hält sich aufgrund ihrer Matrixverbindung mit den Massenmedien in erster Linie an das Universum der sprachlichen und verwandten Zeichen (die ‚musikalische Sprache’, die ‚filmische Sprache’), während die Übermittlung jenseits und unterhalb des Verbalen noch ganz andere Sinnträger einschließt: Gesten und Orte genauso wie Wörter und Bilder, Zeremonien ebenso wie Texte, Körperliches und Architektonisches ebenso wie ‚Intellektuelles’ und ‚Moralisches’“.[1] Bilder fungieren neben anderen Trägermedien und Symbolhandlungen als zentrale Transmitter. Dass Übermittlung über Körper/schaften erfolgt, trifft in besonderer Weise auf die Bildübermittlung zu, denn Bilder werden von Körpern generiert, aufgeführt und rezipiert und über Körper/schaften übertragen. „Eine Übermittlung“, heißt es bei Debray, „ist eine durch einen individuellen und kollektiven Körper – in der Doppelbedeutung von ‚dies ist mein Leib’ und ‚die Körperschaften’ – optimierte Kommunikation. Es gibt durchaus Kommunikationen, die unmittelbar und direkt sind, von ‚Herz zu Herz’ gehen, aber eine Übermittlung ist niemals unmittelbar oder unpersönlich. […] Ferner gibt es zwar Kommunikationsakte, doch Übermittlung ist immer ein Prozess in Form einer Prozession (im Griechischen paradosis, was mit Tradition übersetzt wird).“[2]

Übermittlung entfaltet sich als ein historisches Kontinuum, durch das sich Kultur als Tradition ausbildet und definiert. Weil Bilder maßgeblich an diesem Prozess beteiligt sind, stellen sie materialisierte Repräsentationen des kollektiven Gedächtnisses dar. Aufgeladen mit Kultur, transformieren sie selbst zu Kulturtransmittern. Als solche sind sie automatisch in interkulturelle Übertragungs- und Austauschprozesse eingebunden. Weil Übermittlung symbolische und kulturelle Mediation als Streckenverlauf einschließt, ist sie meines Erachtens dazu prädestiniert, als leitendes Instrumentarium für die Untersuchung interkultureller Bildtransferprozesse als Bildprozessionen zu fungieren. Mediologie kann in dieser Hinsicht einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, Bildkulturwissenschaft als Translationsforschung zu betreiben.

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen ideellen, finanziellen und organisatorischen Förderern dieser Tagung bedanken, namentlich bei der Fritz Thyssen Stiftung, der Französischen Botschaft und dem Seminar für Kultur- und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität Berlin. Uns allen wünsche ich eine inspirierende und produktive Tagung unter dem Valéryschen, von Debray übernommenen Motto, dass der größte Triumph des Menschen darin besteht, „die Wirkungen und Früchte der Arbeit vom Vortrag auf den nächsten Tag zu übertragen.“



 

[1] La communication „s’en tient prioritairement, du fait de son lien matriciel avec les mass-médias, à l’univers des signes linguistiques ou apparentés (le langage musical, le langage filmique), alors que la transmission inclut, au-delà et en deçà du verbal, bien d’autres supports du sens: des gestes es des lieux autant que de mot et des images, de cérémonies autant que des textes, du corporel et de l’architectural autant que ‘l’intellectuel’ et du ‘moral’“. Régis Debray: Introduction à la médiologie, Paris 2000, S. 9.

 

[2] Une transmission est une communication optimisées par un corps, individuel ou collectif – au double sens de «ceci est mon corps» et de «les grand corps». S’il est des communications immédiates, directes, joyeusement, transitive, une transmission est ni immédiate ni impersonnelle. Ce peut être une relation interpersonnelle, techniquement appareillée, mais ou l’interface technique n’est pas condition suffisante. Ensuite, s’il y a des actes de communication, la transmission est toujours un processus, en forme de procession (en grece paradosis, traduit par tradition). Régis Debray: Introduction à la médiologie, Paris 2000, S. 4.

Tagung 18. und 19. Mai 2007 Mediologie als Methode

Transdiziplinäre Tagung

18. und 19. Mai 2007
MEDIOLOGIE
als Methode

Die Tagung wurde unterstützt von

logo_print_klein-fritz-thyssen.jpg

Fritz Thyssen Stiftung

avinus_verlag_logo-kopie.jpg

AVINUS Verlag

 

logo-ambassade-noch-kleiner.jpg

Bureau de coopération universitaire de Berlin / Ambassade de France – Berliner Büro für Hochschulangelenheiten (Claudine Delphis) / Französische Botschaft

hu-logo.jpg

Humboldt-Universität zu Berlin
Seminar für Kulturwissenschaft
Seminar für Medienwissenschaft

Tagungsprogramm

Freitag, den 18.05.07 (Simultanübersetzung dt./frz.)

09.30–10.30 Eröffnungsansprachen und Einführung in die Tagung von Birgit Mersmann (EIKONES, Basel, derzeit IFK Research Fellow, Wien; Bild- und Kulturwissenschaft) und Thomas Weber (Seminar für Medienwissenschaft, HU Berlin und AVINUS Verlag; Kultur- und Medienwissenschaft)

10.30-11.30 Peter J. Bräunlein (Universität München, Religionswissenschaft): Religionswissenschaft und Mediologie

12.00–13.00 Holger Schulze (UDK Berlin, Klangwissenschaft): Sonische Mediologie. Ein methodischer Rahmen für Klanganthropologie und Klangökologie

14.30–15.30 Ralph Christensen, Kent Lerch (MPI Frankfurt/M, Chefredakteur der Zeitschrift „Rechtsgeschichte“, Rechtswissenschaft): Mediologie in der Rechtswissenschaft

15.30-16.30 Torsten Meyer (Universität Hamburg, Erziehungswissenschaft): Erste Versuche einer mediologischen Bildungstheorie

17.00-18.00 Frank Hartmann (Universität Wien, derzeit Universität Erfurt, Medienphilosophie): Kommunikation als Ideologie

19.00–21.00 France Renucci/ Louise Merzeau/ Daniel Bougnoux (Paris und Grenoble u.a. Redakteur der „Cahiers de médiologie und „médium“) Mediologie als Methode / Zeitschrift „médium“

Samstag, den 19.05.07
10.00–11.00 Jutta Franzen (FU Berlin, Kultursoziologie): Spurensuche: Dressed for Succes. Spiegel und Kleidung als Medien der Selbstinszenierung

11.00-12.00 Verena Kuni (Universität Frankfurt/M., Kunstwissenschaft): Medien-Künste. Mediologie als Methode an der Schnittstelle von Kunst- und Medienwissenschaften

13.30-14.30 Offenes Forum Mediologie

14.30–15.30 Lutz Ellrich, Sabine Müller (Universität Köln, Medienwissenschaft / Universität Wien, Zeitgeschichte): Mediologie, Latenz und Normalismus

16.00–17.00 Christian Joschke (Centre Marc Bloch, Berlin, Geschichte): Mediologie und Sozialgeschichte

Veranstaltungsort: Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften
der Humboldt-Universität zu Berlin

Medientheater (Raum 0.11)

Sophienstr. 22a
10178 Berlin
2. Hinterhof, Parterre

Nähe Hackescher Markt
S-Bahn Hackescher Markt

Eintritt frei

Nähere Informationen unter: mediologie@avinus.de
Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. habil. Thomas Weber
und Dr. Birgit Mersmann

CfP Mediologie als Methode

CALL for PAPERS

Mediologie als Methode
Auf Initiative des AVINUS Verlags, der 1999 eines der Hauptwerke der französischen Mediologie, Jenseits der Bilder von Régis Debray, in deutscher Übersetzung veröffentlichte, ist eine Publikation geplant, die über eine Bestandsaufnahme der Entwicklung der Mediologie und ihrer Rezeption in Deutschland hinaus vor allem eine Reflexion über die Applikation mediologischer Ansätze und Fragestellungen in verschiedenen Fachdisziplinen versuchen soll.

Entwicklung und Rezeption der Mediologie
Von Régis Debray erstmals anfangs der 90er Jahre in Frankreich prominent vorgestellt, ist die Mediologie keine neue Medientheorie und hat auch mit Medienwissenschaft im engeren Sinne nichts zu tun, sondern versteht sich als neue Wissenschaftsdisziplin in Gründung, die weit über enge Fachkreise hinaus Beachtung und nicht zuletzt in der Gesellschaft für Mediologie (AD REM) und in den Zeitschriften Cahiers de Mediologie und medium eine breite Diskussionsplattform gefunden hat. Bekannte Intellektuelle wie Jacques Derrida oder Derrick de Kerkhoven setzten sich nicht nur explizit mit Mediologie auseinander, sondern entwickelten auch eine je eigene Auffassung von Mediologie wie etwa Daniel Bougnoux, Bernard Stiegler oder Pierre Lévy, um nur einige wenige zu nennen. Die Ausdifferenzierung des mediologischen Projekts, die je nach disziplinärer Zugehörigkeit und individuellem Standpunkt zahlreicher Autoren unterschiedlich akzentuiert wurde (und damit ihre Rezeption in Deutschland nicht erleichterte), hat jedoch einen gemeinsamen methodischen Kern:
AD REM, definiert die Mediologie ganz allgemein als Untersuchungsmethode der komplexen Korrelation zwischen einem symbolischen Körper (z.B. einer ästhetischen Form), einer Form der kollektiven Organisation (z.B. einem Wirtschaftssystem) und einem technischen System der Kommunikation. Dabei setzt die Mediologie bei dem Prozess der kulturellen Übermittlung bzw. Übertragung – der transmission culturelle – an, d.h. bei der Tatsache, dass alle Formen kulturell vermittelten Wissens materiale, technische, soziale oder auch ökonomisch geprägte Übertragungs- oder Übermittlungsprozesse durchlaufen, die nicht allein nur vordergründige Bedeutungen übertragen, sondern immer zugleich auch implizite Regeln der Übertragung selbst mit übermitteln.
Obwohl dieser Ansatz keineswegs ohne Vorläufer ist, zielt die Mediologie in der Zuspitzung dieser Problematik auf einen blinden Fleck des Wissenschaftsdiskurses: auf die Frage nach der Medialität kultureller Übermittlungsprozesse (und mithin eigener Erkenntnisse).
In Deutschland wurde die französische Mediologie bisher nur zögerlich rezipiert (z.B. bei Belting, Sloterdijk, Vogl, Hartmann), doch finden sich auch in Arbeiten, die sich nicht explizit auf die französische Mediologie beziehen, offensichtliche Parallelen zu mediologischen Fragestellungen (z.B. Krämer, Jäger u.a.).

Mediologie als transdisziplinäre Methode?
Was verbindet Autoren ganz unterschiedlicher Fachdisziplinen, wenn sie mediologische Fragestellungen aufgreifen? Gibt es eine Lücke im Wissenschaftsbetrieb, die mit den Mitteln der jeweiligen Fachdisziplinen nicht zu schließen ist? Oder öffnet die Mediologie gar neue Perspektiven, stellt also Fragen, an die bisher gar nicht gedacht wurde?
Was leistet die Mediologie für eine Bildwissenschaft, die nicht mehr nur Kunstgeschichte sein will, für eine Kulturwissenschaft, die die Materialität des symbolischen Austauschs kultureller Vermittlung zur Kenntnis nimmt, für eine Geschichtswissenschaft, die nicht mehr nur am Primat der geschriebenen (oder gedruckten) Quellen festhält, für eine Rechtswissenschaft, die das Rechtssystem nicht mehr allein als positivistische Textauslegung begreift, für eine Religionswissenschaft, die nunmehr mit der materialen Übertragung von Glaubenssystemen rechnet, für eine Philosophie, die die Medialität des eigenen Denkens beobachtet und nicht zuletzt auch für eine Medienwissenschaft, die sich weniger über die Definition des Medienbegriffs streiten als vielmehr das Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Faktoren bei medialen Übermittlungsprozessen erkunden will?
Gesucht werden Beiträge von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, die entweder die Entwicklung und Rezeption der Mediologie behandeln oder aber mögliche mediologische Applikationen bzw. Perspektiven für die verschiedenen Fachdisziplinen.

Organisatorisches
Die einzelnen Beiträge sollten einen Umfang zwischen 10 – 15 Manuskriptseiten haben und mit einem abstract von 5 – 15 Zeilen angekündigt werden. (Längere Beiträge oder abweichende Vorschläge bitte vorher mit der Redaktion absprechen). Der AVINUS Verlag hat eine Veröffentlichung des Buches zugesichert, sofern die Beiträge den thematischen und qualitativen Anforderungen entsprechen und den vom Verlag vorgegebenen Umfang nicht sprengen. Die Redaktion behält sich daher eine Auswahl der Beiträge vor.
1. Interessierte melden sich bitte mit einem abstract von nicht mehr als 1500 Zeichen bis zum 15. Juli 2006 bei der Projektleitung: Dr. Thomas Weber, Schönholzer Str. 2, 13187 Berlin, Tel. 030 – 92 405 410, E-Mail: thoweber@web.de
2. Ein Treffen (Tagung o.ä.) könnte evtl. für Anfang 2007 in Berlin angesetzt werden (Reisekosten oder Vortragshonorare können derzeit noch nicht zugesagt werden).
3. Die Beiträge sollten spätestens bis zum 15. März 2007 bei der Redaktion eingegangen sein.

Träger des Projekts (derzeit): Deutsche Gesellschaft für Mediologie (in Gründung), AVINUS Verlag
Redaktion: Dr. Birgit Mersmann und PD Dr. Thomas Weber

Mediologie als Methode – Editorial

Mediologie als Methode
Von Régis Debray in den 90er Jahren in Frankreich erstmals eingeführt, fand die Mediologie rasch Anhänger unter namhaften Intellektuellen wie Jacques Derrida, Derrick de Kerkhoven u.v.a. und differenzierte sich in breiten Diskussionsplattformen wie den Zeitschriften Cahiers de Médiologie oder médium durch zahlreiche Autoren wie Daniel Bougnoux, Bernard Stiegler, Louise Merzeau, Pierre Lévy u.a. rasch aus.
Allgemein kann Mediologie verstanden werden als Untersuchungsmethode der komplexen Korrelation zwischen einem symbolischen Körper (z.B. einer ästhetischen Form), einer Form der kollektiven Organisation (z.B. einem Wirtschaftssystem) und einem technischen System der Kommunikation.
Obwohl dieser Ansatz keineswegs ohne Vorläufer ist, zielt die Mediologie in der Zuspitzung dieser Problematik auf einen blinden Fleck des Wissenschaftsdiskurses: auf die Frage nach der Medialität kultureller Übermittlungsprozesse (und mithin eigener Erkenntnisse).

In Deutschland wurde dieser Ansatz zunächst zögerlich rezipiert (u.a. von Peter Sloterdijk, Hans Belting, Joseph Vogl, Frank Hartmann), verweist jedoch auf eine Reihe von Fragen, die auch immer drängender ganz unterschiedliche Disziplinen berühren:
Was leistet die Mediologie für eine Bildwissenschaft, die nicht mehr nur Kunstgeschichte sein will, für eine Kulturwissenschaft, die die Materialität des symbolischen Austauschs kultureller Vermittlung zur Kenntnis nimmt, für eine Geschichtswissenschaft, die nicht mehr nur am Primat der geschriebenen (oder gedruckten) Quellen festhält, für eine Rechtswissenschaft, die das Rechtssystem nicht mehr allein als positivistische Textauslegung begreift, für eine Religionswissenschaft, die nunmehr mit der materialen Übertragung von Glaubenssystemen rechnet, für eine Philosophie, die die Medialität des eigenen Denkens beobachtet und nicht zuletzt auch für eine Medienwissenschaft, die sich weniger über die Definition des Medienbegriffs streiten als vielmehr das Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Faktoren bei medialen Übermittlungsprozessen erkunden will?

Zu dieser Frage wurde im Mai 2006 ein CfP für das Buchprojekt “Mediologie als Methode” initiiert.

Am 18. und 19. Mai 2007 fand eine Tagug zum gleichen Thema statt. Die Tagung Mediologie als Methode brachte Vertreter verschiedener Disziplinen aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich zusammen, um gemeinsam eine Zwischenbilanz über die Rezeption der Mediologie in den jeweiligen Ländern zu ziehen, mögliche Missverständnisse aufzuklären, Publikationsprojekte vorzustellen und nicht zuletzt über neue wissenschaftliche Perspektiven für die jeweiligen Fachgebiete zu diskutieren und damit die Frage: Welches Potenzial hat die Mediologie als transdisziplinäre Methode?